LEITBILD

Das Leitbild der Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg:

Werte

Rechte Gewalttaten sind nicht nur eine Gefahr für die Betroffenen, sondern stellen auch die Unantastbarkeit der Menschenwürde und damit einen Grundwert mit Verfassungsrang in Frage. Insbesondere kommt damit die Ablehnung einer offenen und heterogenen Gesellschaft zum Ausdruck und verstärkt entsprechende Stimmungen.

Die Beratungsstelle macht sich für eine demokratische, menschenrechtsorientierte und von gegenseitigem Respekt getragene Gesellschaft stark. Die Beratungsstelle engagiert sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und andere Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Auftrag

Um die Betroffenen von rechten Gewalttaten bei der Bewältigung der materiellen und immateriellen Tatfolgen zu beraten, wurde die Beratungsstelle vom Multikulturellen Zentrum Dessau-Roßlau e.V. gegründet. Die Bundesrepublik Deutschland und das Land Sachsen-Anhalt Sachsen fördern die Arbeit der Beratungsstelle.

Adressanten

Die Beratungsstelle berät Betroffene nach einer rechten Gewalttat. Zu den Hauptbetroffenen rechter Gewalttaten gehören von Rassismus Betroffene und Anhänger*innen von nichtrechten beziehungsweise alternativen Jugendkulturen. Weiterhin sind politische Gegner*innen, Juden und Jüdinnen, Menschen mit einem Handicap, sozial Benachteiligte und Personen aufgrund ihrer sexuellen Identität von rechten Gewalttaten betroffen.

Ressourcen

Für die Region Anhalt/Bitterfeld/Wittenberg stehen hauptamtliche und qualifizierte Berater*innen mit speziellem Wissen für die Beratung von Betroffenen von rechten Gewalttaten zur Verfügung. Die Beratung erfolgt kostenlos und wird sowohl vor Ort als auch in den Beratungsräumen der Beratungsstelle angeboten.  Die Geh-Struktur überwiegt gegenüber die Komm-Struktur.

Angebote

Die Beratungsstelle bietet u.a. Krisenintervention, psychosoziale und traumapädagogische Beratung, Orientierungs- und Klärungshilfe, die Begleitung zu Institutionen der Rechtspflege, Polizei oder medizinischen Einrichtungen an. Weiterhin hilft die Beratungsstelle bei der Beantragung von Entschädigungsleistungen, vermittelt zu Anwält*innen oder zu Therapeut*innen.

Zudem setzt sich die Beratungsstelle für eine Solidarisierung mit den von rechten Gewalttaten Betroffenen ein und stellt deren Perspektive in den Mittelpunkt ihrer Arbeit.

Die Beratung ist gelungen, wenn die Klient*innen nach einer rechten Gewalttat ihre Handlungsfähigkeit erweitert haben.

Arbeitsgrundsätze und handlungsleitende Konzepte

Der zentrale Grundsatz der Arbeit mit Betroffenen rechter Gewalt ist die klient*innenzentrierte Perspektive, die sich an den Bedürfnissen und Rechten der Betroffenen orientiert. Für die Beratungsstelle gelten folgende Arbeitsprinzipien: Niedrigschwelligkeit, Anonymität, Vertraulichkeit, Freiwilligkeit, Parteilichkeit, Unabhängigkeit, Lösungs-, Ressourcen- und Auftragsorientierung sowie Differenzsensibiltät und Intersektionalität.

Die Alltags- und Lebensweltorientierung sowie das Empowerment sind handlungsleitende Konzepte für das Agieren der Beratungsstelle.

Qualitätssicherung

Die Arbeit der Berater*innen wird supervidiert. Die Berater*innen nehmen kontinuierlich an Weiterbildungen teil.

Download 

Titel Broschüre Qualitätsstandards der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt